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BPMN modellieren: fachliches und integratives Modell

Martin MöllenbeckStudioEngineBPMNModellierungBest Practices

Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen mit dem ProcessCube® lohnt es sich, zwei Ebenen zu unterscheiden:

  • das fachliche Modell — der Prozess aus Sicht der Fachabteilungen,
  • das integrative Modell — die technische Ausführung mit System-Interaktionen.

Beide werden durch das Integrationsframework (Low-Code-Flows) zu einer ganzheitlichen Prozesssteuerung verbunden. Dieser Artikel sammelt die Konventionen, die sich in der Praxis bewährt haben.

Fachliches Modell

Das fachliche Modell beschreibt Abläufe, Verantwortlichkeiten und Interaktionen zwischen den Abteilungen — bewusst ohne technische Details, mit Fokus auf die fachliche Logik.

Tipps für die Modellierung

  • End-Event zuerst: Einen neuen Prozess idealerweise mit dem End-Event beginnen. Das macht das Ziel sofort sichtbar und verhindert, dass der Prozess mit fremden Aktivitäten überwuchert.
  • Lanes als Verantwortung: Lanes stehen für Verantwortlichkeiten/Bereiche — so ist sofort erkennbar, wer wofür zuständig ist. Bei der Automatisierung lassen sich daraus direkt Berechtigungen ableiten.
  • Pools benennen den Prozess: Der Pool trägt den Prozessnamen, nicht den einer Abteilung. Abteilungen werden über Lanes abgebildet.
  • Message-/Signal-Events für Prozessinteraktion: Prozesse verschiedener Bereiche interagieren über Nachrichten- oder Signal-Events — das sorgt für klare Trennung und Synchronisation. Manchmal ist eine Call-Activity sinnvoller.
  • Events benennen als bereits eingetretene Zustände (z. B. „Rechnung eingegangen” statt „Rechnung prüfen”).
  • Aktivitäten benennen als auszuführende Handlungen (z. B. „Bestellung prüfen” statt „Bestellung”).

Beispiel

Das folgende fachliche Modell setzt die Tipps um: Der Pool benennt den Prozess (Bestellung bearbeiten), die Lanes stehen für Verantwortungsbereiche (Vertrieb, Lager), der Start ist ein Message-Event (Bestellung eingegangen), Events beschreiben eingetretene Zustände und Aktivitäten auszuführende Handlungen.

Integratives Modell

Das integrative Modell beschreibt die technischen Details der Ausführung — insbesondere die Interaktion mit IT- und Drittsystemen. Es ist eng mit der Low-Code-Integration über Flows verbunden.

  • Technische Umsetzung der fachlichen Prozesse: Die fachlich definierten Abläufe werden um System-Interaktionen ergänzt.
  • API-Aufrufe, External Tasks und Datenflüsse abbilden: API-Calls, Datenbankabfragen und andere technische Schritte gehören hierher.
  • Fehlerhandling berücksichtigen: Mechanismen für Fehlerbehandlung und Wiederholung fehlgeschlagener Prozesse einplanen.

Fazit

Die Trennung in fachliches und integratives Modell schafft eine klare Grenze zwischen geschäftlichen und technischen Aspekten — das verbessert Lesbarkeit, Wartbarkeit und Automatisierbarkeit.

Das Vorgehen unterstützt die Kommunikation, sollte aber nicht dogmatisch befolgt werden. Jede Ebene lässt sich für eine bessere Beschreibung schachteln — das erhöht aber immer die Komplexität und erschwert die Lesbarkeit.

BPMN verbindet grafische Notation mit präziser, geschäftsnaher Sprache — so verstehen sowohl Fachabteilungen als auch IT dasselbe Modell.