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BlogNext.js-Sicherheitsupdate

Next.js-Sicherheitsupdate: was für ProcessCube®-Apps zu tun ist

Martin MöllenbeckApp-SDKSecurityNext.jsCVE

Vercel hat im August-2026-Release zwei kritische Lücken in Next.js geschlossen. Eine davon ist für ProcessCube®-Apps relevant — allerdings nur, wenn die Anwendung unter Windows läuft. Dieser Beitrag ordnet ein: was die Lücke technisch ist, warum sie plattformabhängig wirkt, was wir im App-SDK geändert haben und wie ein Update konkret aussieht.

Was passiert ist

CVE-2026-75604 ist eine Path-Traversal-Schwachstelle mit CVSS-Score 9.0. Prozent-kodierte Backslash-Sequenzen erreichen den Routing-Layer von Next.js, ohne vorher normalisiert zu werden. Auf einem Windows-Dateisystem löst der Backslash als Verzeichnistrenner auf — damit lassen sich Dateien außerhalb des On-Disk-Cache-Verzeichnisses schreiben, und von dort aus ist der Weg zur Codeausführung kurz.

Der Angriff braucht keine Authentifizierung und keine Benutzerinteraktion. Ein öffentlicher Proof-of-Concept war rund 24 Stunden nach der Veröffentlichung verfügbar. Selbst gehostete, von außen erreichbare Windows-Deployments sind damit das dringlichste Szenario.

Warum nur Windows

Der Unterschied liegt allein im Dateisystem. Unter Linux und macOS ist \ ein gewöhnliches Zeichen in einem Dateinamen — der prozent-kodierte Backslash bleibt Teil des Pfadsegments und verlässt das Cache-Verzeichnis nicht. Unter Windows ist \ ein Verzeichnistrenner, und genau diese Doppelbedeutung macht aus einer harmlos aussehenden Anfrage einen Schreibzugriff an beliebiger Stelle.

CVECVE-2026-75604
CVSS v3.19.0 (kritisch)
WirkungUnauthentifizierte Remote Code Execution
BetroffenNext.js auf Windows-Dateisystem, Pages- oder App-Router ohne Cache Components
Nicht betroffenLinux und macOS
Verwundbarnext < 15.5.24 und next < 16.3.3
Behoben in15.5.24 und 16.3.3
WorkaroundKeiner — nur das Update hilft

Es gibt keinen Workaround. Weder eine Reverse-Proxy-Regel noch eine Konfigurationsänderung schließt die Lücke zuverlässig — die Normalisierung fehlt im Framework selbst.

Die zweite Lücke betrifft uns nicht

Das August-Release schließt noch eine zweite kritische Schwachstelle: einen Heap-Overflow in der AVIF-Verarbeitung von libheif (CVSS 9.8). Sie greift nur, wenn eine Anwendung die AVIF-Bildoptimierung von next/image nutzt. Das ProcessCube® App-SDK verwendet diese Optimierung nicht — wer keine eigene AVIF-Optimierung aktiviert hat, ist hier außen vor.

Was das für das App-SDK bedeutet

next ist im App-SDK eine peerDependency. Das heißt: welche Next.js-Version tatsächlich läuft, entscheidet das Anwendungsprojekt, nicht das SDK. Ein SDK-Update allein schließt die Lücke also nicht.

Was ein SDK aber tun kann, ist verhindern, dass eine verwundbare Version überhaupt akzeptiert wird. Seit App-SDK 8.7.0 ist der zulässige Bereich entsprechend eingeschnürt:

"peerDependencies": { "next": ">=15.5.24 <16.0.0 || >=16.3.3" }

Nachprüfen lässt sich das direkt an der Registry:

npm view @5minds/processcube_app_sdk@8.7.0 peerDependencies.next # >=15.5.24 <16.0.0 || >=16.3.3

Ein npm install gegen ein verwundbares next schlägt damit sichtbar fehl, statt still durchzulaufen. Das ist der eigentliche Gewinn: Der Fehler tritt beim Bauen auf, nicht im Betrieb.

Prüfen, ob Sie betroffen sind

Entscheidend ist die Version, die Ihr Projekt tatsächlich auflöst — nicht die, gegen die das App-SDK gebaut wurde:

npm ls next

Alles unterhalb von 15.5.24 (15.5-Linie) beziehungsweise 16.3.3 (16.3-Linie) ist verwundbar.

Das Update

npm install next@15.5.24 # 15.5-Linie # oder npm install next@16.3.3 # 16.3-Linie

Anschließend neu bauen und deployen. Danach noch einmal npm ls next, um sicherzugehen, dass keine transitive Abhängigkeit eine ältere Version zurückholt.

Läuft Ihre Anwendung unter Linux oder macOS, ist die RCE nicht ausnutzbar. Das Update bleibt trotzdem empfohlen: Die 15.5-Linie enthält seit 15.5.18 weitere Sicherheitskorrekturen, und ein späterer Plattformwechsel soll nicht auf einer verwundbaren Basis stattfinden.

Was wir getan haben

  • App-SDK 8.7.0 schließt verwundbare Next.js-Versionen über die peerDependency aus; die mitgelieferten Referenz- und Lockfiles zeigen auf die gepatchten Versionen.
  • docs.processcube.io — diese Seite hier — lief selbst auf 15.5.18 und läuft jetzt auf 15.5.24. Ausnutzbar war das nie, weil die Seite in einem Linux-Container läuft. Uns war trotzdem wichtig, nicht zum Update aufzurufen und dabei selbst darunter zu liegen.

Textbausteine zum Weitergeben

Wer eigene Kunden oder Betreiber informieren muss: unten zwei fertige Fassungen — einmal technisch, einmal für Empfänger ohne Framework-Kenntnisse.

Vor dem Versand an den konkreten Empfänger anpassen: Anrede, Betreiberkontext, Windows/Linux und die konkrete Next.js-Version.

Betreff: Sicherheitshinweis: Next.js auf ≥ 15.5.24 bzw. ≥ 16.3.3 aktualisieren (CVE-2026-75604)

Hallo <Name>,

Vercel hat im August-2026-Release zwei kritische Sicherheitslücken in Next.js geschlossen. Für den Betrieb von ProcessCube®-Apps ist vor allem relevant:

  • CVE-2026-75604 (CVSS 9.0) — Remote Code Execution unter Windows. Betroffen sind Next.js-Installationen auf Windows, die Pages- oder App-Router ohne Cache-Komponente einsetzen. Es gibt keinen Workaround — ausschließlich ein Update behebt die Lücke. Betroffene Versionen: next < 15.5.24 und next < 16.3.3.

  • Eine zweite Lücke (AVIF-/libheif-Heap-Overflow, CVSS 9.8) betrifft nur Anwendungen, die die AVIF-Bildoptimierung von next/image nutzen. Das ProcessCube® App-SDK verwendet diese Optimierung nicht.

Was das App-SDK betrifft: next ist im App-SDK eine peerDependency — die tatsächlich installierte Version bestimmt Ihre Anwendung, nicht das SDK. Wir haben im SDK die zulässigen Versionsbereiche so verschärft, dass verwundbare Next.js-Versionen ausgeschlossen sind (next: ">=15.5.24 <16.0.0 || >=16.3.3", seit App-SDK 8.7.0) und die mitgelieferten Referenz-/Lockfiles auf die gepatchten Versionen gehoben.

Was Sie tun sollten: Aktualisieren Sie Next.js in Ihrem Anwendungsprojekt:

npm install next@15.5.24 # 15.5-Linie # oder npm install next@16.3.3 # 16.3-Linie

Anschließend neu bauen und deployen. Prüfen Sie mit npm ls next, dass keine verwundbare Version mehr aufgelöst wird. Priorisieren Sie Windows-Deployments.

Bei Fragen zur Umstellung unterstützen wir Sie gern.

Viele Grüße <Absender>